Gesundheit und Medizin seit der Antike

Medizin und Gesundheit spielten bereits in der Antike eine wichtige Rolle. Asklepios – der altgriechische Gott der Heilkunst - hat als Namensgeber für einen Klinikverband bis in die Gegenwart überlebt. Gesundheit hatte in der antiken Welt der Griechen und Römer einen hohen Stellenwert, und die Mediziner benutzten erstaunlich fortschrittliche Geräte für Eingriffe aller Art.

Antike Medizin: Von Hippokrates bis Galen

Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. etablierte sich die antike Medizin als eigenes Wissenschaftsfeld. Erstmalig in der Geschichte entwickelte sich die Vorstellung, dass der Mensch selbst seine Gesundheit durch einen bestimmten Lebensstil beeinflussen kann. Als Begründer der Medizin als Wissenschaft gilt der griechische Arzt Hippokrates von Kos, der um das Jahr 460 v. Chr. geboren wurde. Damals war die Medizin eng mit der Philosophie verknüpft. Der griechische Philosoph Aristoteles wies auf den Zusammenhang zwischen körperlicher Gesundheit und intelligentem Handeln hin.

Im Römischen Reich wurden die Lehren der griechischen Mediziner übernommen und mit weiteren Forschungen vertieft. Der Mediziner Galen von Pergamon, Leibarzt des römischen Kaisers Mark Aurel, verfasste zahlreiche medizinische Schriften, die sich an den Erkenntnissen von Hippokrates und Diokles orientierten. Galen befasste sich auch mit der Frage, wie Krankheiten überhaupt entstehen können. Und er wies auf die Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus hin.

Video: Ärzte in der Antike

Fortschrittliche Medizin in der Römerzeit

Die Ärzte im Römischen Reich verfügten über einen erstaunlich großen Fundus an medizinischen Gerätschaften. Zwar gelang es den Medizinern nicht, so etwas wie ein Gesundheitssystem zu etablieren, doch die Kenntnisse auf medizinischen Gebiet waren vor 2.000 Jahren weit fortgeschritten. Bei Ausgrabungen kamen Skalpelle, Zäpfchenzangen, Schröpfköpfe und Zangen zum Ziehen von Zähnen zum Vorschein. Darüber hinaus wurden auch martialische Methoden der Heilung angewendet. Hohlbohrer kamen bei Kopfverletzungen und eine Säge bei Amputationen zum Einsatz. Die Betäubung war dürftig und beruhte auf den Wirkstoffen in Alkohol, Opium und Bilsenkraut.

Jede römische Legion verfügte über ein Dutzend Ärzte, die sich um den Gesundheitszustand der Legionäre kümmerten. Entzündete Wunden wurden vornehmlich mit Giftstoffen behandelt. Schwefel, Bleioxid und Alaun waren die Mittel der Wahl. Selbst eine Behandlung der Augenerkrankung Grauer Star war in der römischen Antike möglich. Mit einer dünnen Nadel, die direkt in das Auge gestochen wurde, wurde die Linsentrübung weggeschoben.

„Klostermedizin“ des Mittelalters

Im Mittelalter versorgten und verpflegten in Europa vor allem christliche Ordensgemeinschaften die Kranken. Nonnen und Mönche übernahmen die Rolle der Ärzte. Das medizinische Wissen beruhte vorrangig auf den Überlieferungen aus der antiken Welt der Griechen und Römer. Eine zentrale Rolle spielten im Mittelalter vier Körpersäfte, welche als Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleim identifiziert wurden. Den Überzeugungen der damaligen Medizin zufolge regelte das Verhältnis der Körpersäfte zueinander den Stoffwechsel, das körperliche Gleichgewicht sowie die psychische Verfassung.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass der Aderlass das beliebteste Heilverfahren im Mittelalter war. Das vermeintlich gesundheitsschädigende Gift sollte auf diese Weise den Körper verlassen, wodurch der Heilprozess in Gang gesetzt würde. Der Gelehrten und Äbtissin Hildegard von Bingen ist es zu verdanken, dass ab dem 12. Jahrhundert die Kräuterheilkunde zunehmend in den Fokus der Mediziner geriet. Sie verfasste zwei naturheilkundliche Werke, in denen sie die Heilkraft von Kräutern, Edelsteinen, Metallen und Tieren beschrieb. Dieser ganzheitliche Ansatz war für mittelalterliche Verhältnisse geradezu revolutionär.

Medizin und Gesundheit in der Barockzeit

In der Zeit des Barocks, also dem 17. und 18. Jahrhundert, bildete sich eine Vielzahl neuer Behandlungsmethoden heraus - darunter einige Kuriositäten mit fraglicher Wirkung. Die Zeit war gekennzeichnet von katastrophalen hygienischen Verhältnissen. Baden war selbst beim Adel verpönt, denn als einer der Ursachen für den Ausbruch der Pest im Mittelalter wurde fälschlicherweise der Besuch im Badehaus verantwortlich gemacht. Ganze Schlösser wie Versailles oder Karlsruhe wurden ohne Badezimmer und Toiletten gebaut. Die Notdurft wurde am Ort des Aufenthaltes verrichtet, vom Adel auf einer mobilen Toilette und vom Rest der Bevölkerung in der Gasse oder am Flussufer.

Zahlreiche Medikamente, die in der Barockzeit zur Bekämpfung von Krankheiten eingesetzt wurden, lassen noch heute erschaudern. Beispiel Mumia: Dabei handelte es sich um eine Substanz, die angeblich aus ägyptischen Mumien gewonnen wurde. Da der Vorrat an derartigen mumifizierten Leichnamen jedoch begrenzt war, griffen findige Geschäftsleute auf Fälschungen zurück, die von einheimischen Mumien stammten. Eine besondere Heilwirkung versprach man sich auch vom sogenannten Armsünderfett. Dabei handelte es sich um menschliches Fett, das als Inhaltsstoff in Salben und anderen Arzneimitteln zum Einsatz kam.

Medizinische Fortschritte im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert gab es enorme medizinische Fortschritte. Dank intensiver Forschungen auf den Gebieten der Bakteriologie und Mikrobiologie konnten Krankheiten wie Tuberkulose, Milzbrand, Syphilis und Lepra erfolgreich behandelt werden. In der Chirurgie hielten neue Hygienestandards Einzug. Die konsequente Verminderung der Anzahl an infektiösen Keimen durch Antisepsis führte zu einem deutlichen Rückgang von Wundinfektionen.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert führten die Entdeckung der Röntgenstrahlung im Jahr 1895 sowie der Radioaktivität im Jahr 1898 zu neuartigen Behandlungsmethoden: Die Radiologie war geboren. Im Jahr 1896 erwarb sich der Neurophysiologe und Psychoanalytiker Sigmund Freud die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, als er den Begriff „Psychoanalyse“ kreierte. Seine Arbeit trug maßgeblich zur Enttabuisierung sexueller Themen bei. Im 19. Jahrhundert erfolgte zudem die weitgehende Aufspaltung der Medizin in verschiedene Fachrichtungen. Wie fanden Sie den kleinen virtuellen Ausflug in die Vergangenheit, auf unserer Gesundheitsmesse?

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