Parkinson und der aktuelle Stand der Medizin

Parkinson (auch Morbus Parkinson genannt) ist eine Nervenkrankheit, bei der die Nervenzellen im Gehirn absterben. In Deutschland sind rund 400.000 Menschen betroffen. In der Regel tritt die Erkrankung zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr erstmalig auf. Die Forschung macht Hoffnung, denn es gibt neue Ansätze, das auftretende Zittern zu unterbinden.

Ursache für Parkinson

Parkinson hat seine Ursache in einem langsamen Verfall der Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dieser Botenstoff spielt eine zentrale Rolle für die Steuerung von Bewegungsabläufen. Ohne Dopamin können Nervenzellen jedoch keine Signale mehr an die Muskeln weiterleiten. Es kommt in Folge zu den charakteristischen Bewegungsstörungen, die sich in einem unkontrollierten Zittern äußern. Auch eine Versteifung der Muskulatur bis hin zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit ist ein typisches Symptom. Die Hilflosigkeit führt bei den Betroffenen nicht selten zu Depressionen und Schlafstörungen.

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Video: "Die Parkinson-Krankheit – Risikofaktoren, Symptome, Therapien" Webinar der Asklepios Klinik Altona

Therapie durch Aktivierung des Immunsystems

Die aktuelle Forschung verfolgt mehrere verschiedene Ansätze im Kampf gegen Parkinson. Eine Methode sieht die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems vor. Der Hintergrund: Bereits in den 1990er Jahren wurde entdeckt, dass die Fehlfunktion eines bestimmtes Eiweißes, das in den Nervenzellen gebildet wird, für das Absterben verantwortlich ist. Das körpereigene Abwehrsystem soll trainiert werden, dieses Eiweiß zu erkennen und unschädlich zu machen.

Bekämpfung durch Stammzellentransplantation

Ein anderer Lösungsansatz setzt auf die Transplantation von Stammzellen. Hierbei sollen absterbende Nervenzellen durch neue ersetzt werden. Diese sollen die Produktion des Botenstoffes Dopamin übernehmen, der für die Signalübertragung an die Muskeln unentbehrlich ist.

Methode aus der Gentechnik

Eine dritte Idee stammt aus dem Bereich der Genetik. Hierbei soll das Absterben der Nervenzellen mithilfe synthetisch hergestellter DNA-Bausteine verlangsamt werden. Das Andocken an bestimmte Abschnitte der Gen-Sequenz macht es unmöglich, dass die enthaltenen Informationen ausgelesen werden können. Auf diese Weise soll die Bildung der schädlichen Eiweißmoleküle verhindert werden.

Tiefe Hirnstimulation als Option

Ein Schwerpunkt der aktuellen Parkinson-Forschung liegt auf der sogenannten tiefen Hirnstimulation. Ähnlich wie bei einer Herzschwäche kommt bei dieser Therapie ein Hirnschrittmacher zum Einsatz. In das Gehirn werden Elektroden an feinen Drähten implantiert, die elektrische Impulse an bestimmte Gehirnareale aussenden. Unklar ist bislang aber noch die Dauer der Wirksamkeit. Bei einigen Parkinson-Patienten hält die Wirkung mehrere Jahrzehnte an. Allerdings kann die tiefe Hirnstimulation nicht das Absterben der Nervenzellen verhindern. Gelindert werden lediglich die Symptome und die damit einhergehenden Störungen der Bewegungsabläufe.

Die Methode wird erst dann angewendet, wenn die Wirkung der Medikamente nach einigen Jahren nachlässt. Das Gleiche gilt für sogenannte Dopamin-Pumpen, die den fehlenden Botenstoff direkt in die Haut oder den Darm abgeben. Die gleichmäßige Versorgung des Körpers mit Dopamin kann zumindest teilweise das sogenannte „Freezing“ verhindern. Damit wird das unvermittelte „Einfrieren“ der Bewegungen bezeichnet, wie es bei Parkinson im fortgeschrittenen Stadium häufig vorkommt.

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