Therapien bei Neurodermitis

Neurodermitis zählt zu den häufigsten chronischen Hautkrankheiten in Deutschland. Sie wird auch als atopische Dermatitis bezeichnet und gilt als nicht heilbar. Allerdings lässt sich Neurodermitis durch eine ganze Reihe unterschiedlicher Therapieformen effizient eindämmen.

Neurodermitis – Was steckt hinter der Hauterkrankung?

Die Haut ist schuppig, gerötet, trocken und juckt oft fürchterlich – Menschen, die unter Neurodermitis leiden, verspüren einen großen Leidensdruck. Manchmal tritt die Krankheit bereits im Kindesalter auf. Bei Erwachsenen befinden sich die juckenden Hautstellen oft in den Arm- und Beinbeugen, an den Händen, am Unterarm und im Nacken. Bei den Betroffenen ist die natürliche Schutzfunktion der Haut stark herabgesetzt. Jeder Kontakt mit Erregern sowie chemische oder mechanische Reize führen dabei zu einer entzündlichen Reaktion.

Wenn Sie mehr Informationen zu Neurodermitis benötigen, unternehmen Sie einen Rundgang durch die Räume der digitalen Gesundheitsmesse. Einige Aussteller bieten Aufklärung über die Ursachen, die Symptome und Behandlungsmethoden an.

Video: Pflegeprodukte und Ernährung - was hilft bei trockener Haut und Neurodermitis?

Jucken und Kratzen: Ein Teufelskreis

Neurodermitis ist gekennzeichnet durch ein komplexes Krankheitsbild. Nach gültiger Lehrmeinung steht am Anfang eine Störung der Schutzfunktion der Haut. Da die schützende Hornschicht fehlt, ist die Haut anfällig für äußere Einflüsse. Als Reaktion fängt sie an der betroffenen Stelle an zu jucken und entzündet sich leicht. Als Gegenreaktion kratzen sich die Betroffenen, was wiederum die Entzündungsreaktion verstärkt - ein Teufelskreis.

Das Immunsystem wird bei einer Neurodermitis verstärkt mit Antigenen aus der Umwelt konfrontiert, etwa mit Tierhaaren oder Pollen. Als Reaktion produziert das Immunsystem Abwehrstoffe, was über einen längeren Zeitraum zu einer allergischen Reaktion führen kann. Die körpereigenen Abwehrzellen werden nun bei jedem Kontakt mit eigentlich harmlosen Substanzen aktiviert. Die noch vor einigen Jahrzehnten verbreitete Meinung, dass vor allem psychische Ursachen für eine Neurodermitis ausschlaggebend sind, gilt inzwischen als überholt.

Therapien bei Neurodermitis

Da sich eine Neurodermitis bei jedem Betroffenen anders äußert, kommt es auf eine individuelle Strategie bei der Bekämpfung an. Eine Heilung ist nach heutigem Erkenntnisstand nicht möglich. Allerdings können die Symptome so weit abgemildert werden, dass für Neurodermitis-Patienten ein (fast) normales Leben möglich ist.

Ein wichtiger Baustein bei der Behandlung ist die Vermeidungsstrategie. Das bedeutet: Umwelteinflüssen und Substanzen, die einen Neurodermitis-Schub auslösen, sollten Betroffene bewusst aus dem Weg gehen. Zuvor müssen die Auslöser im Selbsttest identifiziert werden, doch die Patienten wissen in der Regel, ob ein Schub nach dem Tragen von Wollpullovern, dem Kontakt mit Tieren oder bei verstärkten Pollenflug auftritt.

Der quälende Juckreiz wird von den Betroffenen häufig als besonders belastend empfunden. Feuchte Umschläge, aber auch in der Apotheke erhältliche Salben sorgen für Abhilfe. Versuchsweise können die Tücher mit Schwarztee getränkt werden, der sich bei einigen Neurodermitis-Patienten als wirkungsvoll erwiesen hat. Als Alternative kommen Antihistaminika in Tablettenform infrage. Letztere sind jedoch nicht bei allen Patienten wirksam.

Hautpflege mit speziellen Produkten

Bei abklingenden Beschwerden gewinnt die Basispflege an Bedeutung. Die Haut sollte täglich mit feuchtigkeitsspendenden Pflegeprodukten eingecremt werden, die keine Allergie auslösenden Substanzen enthalten. In der Praxis haben sich Produkte mit dem Inhaltsstoff Harnstoff bewährt, der in der Lage ist, Feuchtigkeit in der Haut zu binden. Die Konzentration sollte 5 bis 10 Prozent bei Erwachsenen und maximal drei Prozent bei Kindern nicht überschreiten. Grundsätzlich raten Mediziner dazu, Cremes eher im Sommer und Salben eher im Winter einzusetzen. Für die Reinigung der Haut sollten pH-neutrale Pflegeprodukte ohne Parfüm benutzt werden.

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