Was sagt der BMI über die Gesundheit aus?

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Wert, der das Verhältnis von Körpergröße zum Gewicht beschreibt. Lange Zeit diente der BMI als Kenngröße, um festzustellen, ob jemand normal- bzw. über- oder untergewichtig ist. Der Wert diente zudem als Faktor zur Beurteilung des individuellen Gesundheitszustandes. Heute existiert unter Fachleuten Einigkeit, dass der Body-Mass-Index nur bedingt aussagefähig ist.

So wird der BMI errechnet

Für die Berechnung des Body-Mass-Index kommt eine bestimmte Formel zum Einsatz. Grundsätzlich geht es um die Ermittlung des Verhältnisses von Körpergewicht zur Körpergröße. Die korrekte Formel lautet: BMI = Gewicht / (Körpergröße x Körpergröße). Hier ein Beispiel für eine 69 kg wiegende Person mit 1,70 m Größe:

1. Schritt - Körpergröße x Körpergröße: 1,70 m x 1,70 m = 2,89

2. Schritt - Gewicht / Wert aus Schritt 1: 69 kg / 2,89 = 23,87

Die fiktive Person hat einen Body-Mass-Index von 23,87. Um diesen Wert einordnen zu können, bietet sich ein Blick auf die Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an.

Video: BMI berechnen: So geht es!

Klassifizierung des BMI durch die Weltgesundheitsorganisation

Die WHO hat eine Klassifizierung vorgenommen, die eine konkrete Einstufung der BMI-Werte beinhaltet. Demnach gilt ein Body-Mass-Index in der Spanne von 18,5 bis 24,9 als Normalgewicht. Nachstehend eine tabellarische Übersicht:

  • unter 18,5: Untergewicht
  • 18,5 bis 24,9: Normalgewicht
  • 25 bis 29,9: Vorstufe zur Adipositas
  • 30 bis 34,9: Adipositas im 1. Grad
  • 35 bis 39,9: Adipositas im 2. Grad

Legt man statistische Erhebungen zugrunde, sind in Deutschland mehr als 60 Prozent aller Männer und rund die Hälfte aller Frauen übergewichtig.

Gesundheitszustand: Aussagekraft des BMI

Hinsichtlich der Aussagekraft zum Gesundheitszustand haben Forscher der University of California in Los Angeles eine Studie durchgeführt, an der 54 Millionen US-Amerikaner mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen beteiligt waren. Das Ergebnis lieferte keinerlei Hinweise, dass der individuelle BMI in einem Zusammenhang mit erhöhten Körperfettwerten, Bluthochdruck oder einem erhöhten Blutzuckerspiegel steht. Da der Body-Mass-Index nur das Verhältnis von Körpergröße zum Gewicht abbildet, jedoch keine konkreten Aussagen zum Fettanteil oder zur Muskelmasse jedes Einzelnen trifft, bleibt die Aussagekraft in Bezug auf die Gesundheit überschaubar. Zur Einschätzung des persönlichen Risikos auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, auf Diabetes oder Fettleber ist der Anteil am inneren Bauchfett deutlich aussagekräftiger.

Bauchfett als Risikofaktor

Der Anteil an Bauchfett besitzt als Kenngröße deutlich größere Aussagekraft als der BMI. Der persönliche Wert kann mithilfe eines Maßbandes ermittelt werden. Zu diesem Zweck wird der Taillenumfang gemessen und mit dem Faktor Zwei multipliziert. Dieser Wert sollte die Körpergröße nicht überschreiten. Liegt er darüber, ist der Anteil an Bauchfett zu hoch. Das innere Bauchfett produziert nämlich schädliche Botenstoffe, die Entzündungsreaktionen im Körper auslösen. Je mehr Bauchfett vorhanden ist, desto größer der Schadstoffausstoß. Die Entzündungswerte im Blut steigen an und erhöhen das Risiko auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Zur Verringerung des Bauchfetts greifen klassische Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung wie sportliche Aktivitäten, der Verzicht auf fett- und kohlenhydrathaltige Nahrung sowie der Verzicht auf Alkohol.

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